Aufbereitung von Atemschutztechnik
Der Ablauf in unserer Atemschutzwerkstatt
Die Aufbereitung von Atemschutzgeräten durchläuft in unserer Atemschutzwerkstatt einen mehrstufigen Prozess:
Abholung/Anlieferung, Demontage, Vorreinigung, hygienische Reinigung, Trocknung, Montage, Dichtigkeitsprüfung und Dokumentation.
Jeder Schritt orientiert sich an den Herstellervorgaben der jeweiligen Atemschutztechnik sowie an der einschlägigen DGUV-Vorschrift der Berufsgenossenschaft.

Anlieferung und Trennung von Arbeits- und Hygienebereich
Die Auftragsdurchführung beginnt in der Regel mit der Abholung des zu bearbeitenden Atemschutzequipments beim Auftraggeber oder durch die Anlieferung des zu prüfenden Atemschutzmaterials per Lieferdienst. Die Behältnisse werden zunächst in den Schwarzbereich verbracht, so dass von Beginn an die logische Trennung zwischen Arbeits- und Hygienebereich sichergestellt ist.

Demontage der Atemschutzgeräte im Arbeitsbereich
Im Arbeitsbereich erfolgt die Demontage der Atemschutzgerätschaften unter Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) der Beschäftigten. Der Arbeitsplatz ist mit einem Absaugtisch ausgestattet, um eine größtmöglich sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Die PSA der Beschäftigten umfasst Schürzen, Handschuhe und Atemschutztechnik, da angelieferte oder zugesendete Artikel aus unterschiedlichen Einsätzen stammen und für uns als Auftragnehmer nicht immer bekannte Beaufschlagungen von Gefahrstoffen aufweisen können. Dieses Schutzkonzept beruht auf dem laufenden Austausch mit Auftraggebern, die Atemschutztechnik in verschiedensten Situationen einsetzen – etwa bei Bränden, im chemischen Umfeld oder in der Schwerindustrie.
Vorreinigung mit Teilereinigungsmaschinen
Nach Demontage und Sortierung der Bauteile werden größere Komponenten einer Vorreinigung unterzogen. Dafür kommen zwei Teilereinigungsmaschinen zum Einsatz, die eher aus metallverarbeitenden Betrieben bekannt sind. Die Edelstahlgehäuse verfügen über eine horizontale Drehvorrichtung, die bei wenigen Umdrehungen pro Minute und frei programmierbarer Reinigungsdauer und -temperatur nahezu alle Oberflächen der Atemschutzteile über oben und unten liegende Sprüharme erreicht.
Die Teilereinigungsmaschinen sind mit Grob- und Feinfiltern ausgestattet. Diese Filtertechnik ermöglicht – je nach zu reinigendem Gegenstand – eine Mehrfachverwendung der Reinigungsflotte im Recyclingverfahren und reduziert dadurch die Abwassermenge deutlich. Für mehrere Auftraggeber haben wir gegenüber konventionellen Reinigungsverfahren eine bis zu 90 Prozent geringere Abwassermenge ermittelt. Neben der Kostenersparnis steht dabei der Umweltgedanke im Vordergrund: Nach dem Abpumpen der Reinigungsflotte und der Zwischenlagerung in dafür vorgesehenen IBC-Behältnissen setzen sich die Schadstoffe ab. Bei der Abholung durch einen Entsorgungsfachbetrieb liegt – bestätigt durch entsprechende Laboranalytik – nur noch eine als Schmutzwasser einzustufende Flüssigkeit vor. Dieser Ansatz reduziert zusätzlich die Zahl der Transportfahrten und damit verbundene Gefährdungen im Straßenverkehr.


Weitere Materialien: Schutzanzüge, Stiefel, Handschuhe und Feuerwehrschläuche
Über Atemschutzausstattung hinaus lässt sich das Verfahren der Vorreinigung auf weitere Materialien anwenden: Chemikalienschutzanzüge, säurefeste Gummistiefel und hochwertige Arbeitshandschuhe werden mit eigens dafür gebauten Haltevorrichtungen effizient und vollumfänglich gereinigt. Feuerwehrschläuche erhalten im gleichen Arbeitsschritt eine Außenreinigung.
Hygienische Reinigung in Industriewaschmaschinen
Im nächsten Schritt werden die vorgereinigten Materialien der hygienischen Reinigung zugeführt – mittels Industriewaschmaschinen und herstellervorgegebenen Desinfektionswaschmitteln. Je nach Material und Größe kommen unterschiedliche Maschinentypen zum Einsatz: Kleinere Einbauteile wie Ventilscheiben werden in kleineren Waschmaschinen gereinigt. Dosierung und Befüllmenge sind per Arbeitsanweisung verbindlich festgelegt. Da wechselnde Beschäftigte diese Tätigkeiten ausführen, sichert diese Vorgabe eine korrekte Dosierung – relevant sowohl für den Umweltschutz als auch zur Vermeidung von Reinigungsmittelrückständen bei Überdosierung.
Atemschutzmasken werden grundsätzlich in einem Waschbeutel gewaschen. Das schützt vor allem die Sichtscheiben vor Beschädigungen und erzeugt gleichzeitig eine zusätzliche mechanische Reinigungswirkung auf den Materialoberflächen.


Trocknung der Atemschutzkomponenten
Nach dem Waschvorgang werden die Komponenten auf metallverstrebten Körben in die Trocknung gegeben. Der Trocknungsprozess ist zeitaufwendig, aber notwendig: Sämtliche Oberflächen – bei Atemschutzmasken auch im Innenbereich und unter den Verwindungen der Silikonflächen – müssen aus hygienischen Gründen vollständig abgetrocknet sein, um eine Verkeimung der Materialien zu verhindern beziehungsweise auf ein Minimum zu reduzieren.
Für die Trocknung großer Mengen steht ein beheizbarer, 60 Quadratmeter großer Raum mit dafür vorgesehenen Edelstahlwagen zur Verfügung – ein baulicher Standard, der uns zur größten Atemschutzwerkstatt Norddeutschlands macht. Für geringere Mengen oder kleinere Komponenten stehen zusätzlich Trockenschränke bereit, wie sie in den meisten Atemschutzwerkstätten üblich sind.
Montage nach dem 4 – 6-Augen-Prinzip
Nach der Trocknung gelangen alle Komponenten an die Montageplätze im benachbarten Raum – dem Herzstück der Atemschutzwerkstatt. Durch das eingeführte 4 – 6-Augen-Prinzip durchlaufen die Atemschutzmasken immer mehrere Hände der Beschäftigten, was eine fehlerfreie Montage für unsere Auftraggeber gewährleistet. Die Masken werden inspiziert und bei Bedarf repariert, um die volle Einsatzfähigkeit wiederherzustellen. Da wir herstellerunabhängig arbeiten, halten wir die relevanten Ersatzteile – die durch Alterung oder Beschädigung ersetzt werden müssen – stets vorrätig und sichern damit eine zeitnahe Wiederverwendung für unsere Auftraggeber.


Manuelle Nachreinigung
Abschließend erfolgt eine manuelle Nachreinigung, etwa zur Entfernung von Wasserflecken oder bei hartnäckigen Verschmutzungen.
Dichtigkeitsprüfung von Atemschutzmasken
Der wichtigste Arbeitsschritt ist die Dichtigkeitsprüfung der Atemschutztechnik. Jede Maske ist systemisch erfasst und eindeutig einem Auftraggeber zugeordnet. Für die Prüfung wird die Maske auf den sogenannten Prüfkopf aufgezogen. Entscheidend ist dabei, dass sich keine winzigen Partikel – etwa Fusseln vom Reinigungstuch – zwischen Maske und Prüfkopf befinden, da dies zu einem negativen Prüfergebnis führen würde. Je nach Herstellervorgabe muss die Maske in der Regel eine Minute lang dicht sitzen; das Ergebnis wird über einen Monitor angezeigt, sodass der Atemschutzmonteur eine visuelle Kontrolle vornehmen kann.
Bei positivem Prüfergebnis wird die Maske zur Verpackung bereitgestellt. Die Vorgaben variieren je nach Auftraggeber: Teils kommen vorhandene Maskenboxen zum Einsatz, teils werden die Masken in spezielle Foliensäcke eingeschweißt. Das Ablaufdatum kennzeichnet der prüfende Atemschutzmonteur mittels Prüfaufkleber auf Maske oder Verpackung.

Dokumentation und Normkonformität
Die systemisch erzeugte Prüfdokumentation stellen wir unseren Auftraggebern elektronisch zur Verfügung. Alle Bearbeitungs- und Prüfschritte basieren auf den spezifischen Herstellervorgaben der jeweiligen Atemschutztechnik sowie auf der von der Berufsgenossenschaft formulierten DGUV-Vorschrift. Das eingesetzte Personal wird von den Herstellern auf die verschiedenen Maskentypen geschult; personelle Redundanzen stellen sicher, dass stets ausgebildete Fachkräfte verfügbar sind.
Hygienekonzept und externe Laborprüfung
Für alle Bearbeitungsschritte gilt ein Hygienekonzept, dessen Einhaltung ein unabhängiges Labor mindestens zweimal jährlich überprüft. Dieser Prozess sichert aus hygienischer Sicht die Qualität der Aufbereitung durch die BTI-Beschäftigten ab.
Weiteres im Bereich Atemschutz
Wir sind die größte Atemschutzwerkstatt in Norddeutschland
Unser Angebot
- Vorreinigung, Desinfektion, Trocknung
- Umfassende Kapazitäten
- Inspektion und Wartung
- Austausch von Bauteilen
- Prüfung und Dokumentation



